Salar Uyuni
Der Wirt unseres Salzhotels KAMANA ist jetzt um 170 Dollar reicher. Das reicht uns normalerweise für eine Woche. Der Typ war ziemlich geschäftstüchtig. 50 Dollar für ein Abendessen (Hühnchen) und 200 Bol (16€) für 4 Corona Biere. 200 Bol brauchen wir normalerweise am Tag.
Trotzdem war es sehr schön. Man bekommt eine Vorstellung davon was die organisierten Jeep-Tour Touristen hier abdrücken.
Der Tag beginnt wolkenlos und der Wind kommt tatsächlich mal aus Norden. Wir fahren mit großem Respekt auf das endlose Salz . Wir tragen lange Hosen, Hut und Masken über das ganze Gesicht weil die Uv-Strahlung so intensiv ist.
Anfangs fahren wir ein bisschen im Zickzack weil wir nicht gleich die richtige Spur der Jeeps finden, die eigentlich kerzengerade zur Insel Inkahuasi führen soll.
Man verliert sofort das Raumgefühl. Du strampelst und strampelst aber hast das Gefühl nicht vorwärts zu kommen. Bis zur Insel sind es 40km und wir teilen uns das geistig so ein, dass es Kerstins Weg in die Arbeit ist. Sie braucht dafür mit dem Rad 1,5 Std. Schwierig ist auch, dass man sein Ziel nicht sieht obwohl es direkt vor einem liegt. Es ist wie drei Stunden Heimtrainer ohne Fernseher 😉
Wir sind nach 3 1/2 Stunden bei der Insel.
Es gibt dort eine einfache Kantine und einen Kiosk mit Café. Er hat sogar Coke Zero. Wir werden natürlich fotografiert. Ein Pärchen auf dem Rad zieht ohne anzuhalten an uns vorbei 🤔
Da uns der Trubel hier zu groß ist, entschließen wir die restlichen 43km auch gleich runterzukurbeln.
Die Jeeps kommen alle aus Uyuni im Osten. Wir fahren von Nord nach Süd und begegnen so keinem einzigen Fahrzeug auf unserer Strecke.
Die Beschaffenheit der Strecke ist sehr unterschiedlich, von glatt bis Geröll ist alles dabei. Leider geht nicht immer jede Spur dorthin wo wir entlang wollen. Als der Belag immer schlimmer wird entscheiden wir die letzten 10km querfeldein zu fahren. Die Reifen stecken das scharfe Salz locker weg und man fährt wesentlich gleichmäßiger als auf dem Waschbrett der Jeep-Piste. Teilweise denkt man, man fährt auf Glasscherben. Erhebungen aus aufgetürmtem Salz sind besonders heikel, sie brechen zwar weg, man sinkt darin aber oft ins Wasser ein.
Erst als die Jeeps durch Einsinken riesige Spuren quer zu uns erzeugt haben wird's richtig anstrengend.
Wir finden trotzdem die richtige
Spur. Das Salz ist nur 7-8cm dick. Darunter ist Wasser!
Wo man einsinkt spritzt es einem das Salzwasser entgegen. Das Zeug wird sofort hart und die Hose bretthart.
Hat die Bundesregierung hier Radwege anlegen lassen?
Nein, zum Schluss ist es kein Spaß mehr und man ist froh "an Land" zu sein. Leider öffnete dort an unserem erhofften Salzhotel Don Carlos nur ein älterer dementer Herr. Wir probieren noch ein paar Km auf und ab am Ufer etwas zu finden, aber der Wind ist zu extrem.
Wir stellen uns dann mit dem Zelt auf eine ganz nette Anhöhe 500m nördlich von Tanil Vinto entfernt auf. Die Autos fahren alle über das Salz so dass man hier völlig alleine ist. Zu unserer Überraschung läuft jemand sogar zu Fuß über das Salz von Bucht zu Bucht - und das sind einige Km.
Heute 95km ! Das war ein hartes Stück Arbeit. Die Räder und die Klamotten haben eine dicke Salzkruste
Wir danken der Firma Schwalbe und ihren tollen Reifen Johnny Watts, die das hier schadlos überstanden haben. 😉
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